Die Defensivtaktik „Hinten zu null und vorne hilft der liebe Gott“ mag im Fußball des vergangenen Jahrhunderts aufgegangen sein. Ein Abwehrbollwerk der Computersicherheit errichtet man mit Begriffen von Deutschlands liebstem Ballsport aber schon lange nicht mehr. Eigentlich noch nie. Trotzdem sind gerade Fußball-Vereinsnamen zum Schutz sensibler Daten viel beliebter, als etwa Musikbands oder Filmklassiker.
Wer das weltweite Netz bis in die entlegensten Winkel nach geklauten Passwörtern abgrast und eine Liste nach Häufigkeit erstellt, findet dabei „schalke04“ vor „liverpool1“.
Die Deutsche Telekom hat eine Ewige Tabelle solcher Funde aufgestellt. Fußball-Nationaltrainer Jürgen Klopp sieht seine Ex-Vereine normalerweise gerne an der Spitze.
Im Fall einer Ewigen Tabelle der geklauten Passwörter wird daraus nichts. Nach Klassikern wie „abc123“ dominieren Fans des Bundesliga-Aufsteigers aus Gelsenkirchen sowohl weltweit als auch national das Fußballgeschehen aus Vereinsperspektive.
Nicht nur kleingeschrieben macht „schalke04“ das Rennen – global mehr als 600.000-mal – auch großgeschrieben findet man es mehr als 200.000-mal allein in Deutschland.
BVB ist geradeso in Sichtweite
Der hartnäckigste Verfolger im eigenen Land kommt aus der zweiten Liga. An „hannover96“ führt – in beiden Schreibweisen – tatsächlich kein Weg vorbei. Das müssen die Fans von „dortmund09“ neidlos anerkennen, die hierzulande etwa 30.000-mal weniger ihr Passwort an Dritte verloren haben.
In Zahlen liest sich das so in Deutschland:
- schalke04 539.093 Funde
- Schalke04 202.887
- hannover96 89.654
- Hannover96 56.177
- dortmund09 54.181
- hamburg1 52.600
- Dortmund09 38.440
- borussia09 37.618
- Hamburg1 35.254
- Borussia09 31.625
- werder123 28.495
- Schalke04! 28.011
- fcschalke04 25.688
- fortuna95 22.567
- dortmund1 22.481
- fcbayern1 21.257
Und insgesamt? Warum P@ssw@rd kein tolles Passwort ist, zeigt sich an der Häufigkeit der Funde. Sämtliche in irgendeiner Weise naheliegenden Variationen dieses Wortes – ob mit Zahlen oder Sonderzeichen – sollten tabu sein. Sie sind extrem unsicher.
Steiler Pass auf den Passkey
Aber nicht nur diese, sagt Telekom Sicherheitschef Thomas Tschersich: „Das Passwort als solches ist ein Auslaufmodell. Dennoch hütet es heute immer noch sensible Informationen. Wenn zusätzliche Sicherheitsfaktoren verfügbar sind, sollte man nicht darauf verzichten. Kann man das Passwort ganz durch einen Passkey ersetzen, ist das noch besser.“
Quelle: OTS / Telekom
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